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24.09.2008 | 08:36 Uhr
24.09.2008 | 08:36 Uhr
SZ-420 EVOLUTION
der neue Ziegelmayer 420er - Interview mit Sebastian Ziegelmayer
Herr Ziegelmayer, es gibt viele Gerüchte über Ihren neuen 420er. Was können Sie uns verraten?
Bei der Entwicklung unseres SZ-420er Evolution haben wir einen Quantensprung in der klassischen Jollenproduktion vollbracht – es hat viel Zeit und Nerven gekostet, aber es wird sich lohnen. Ziel war es einen 420er zu fertigen, der einfach auf Top-Speed zu segeln ist, so dass sich die Mannschaft auf Strategie und Taktik konzentrieren kann. Ein paar Details:
• Wir haben mit der Digitalisierung unserer alten erfolgreichen Form begonnen. Diese dann über CAD am Computer weiterentwickelt und im nächsten Schritt per CNC Fräse eine absolut symmetrische Urform erstellt.
• Zum Rumpf: Der Bug ist schlanker geworden und hat damit einen geringeren Widerstand. Vorbild war der 470er. Damit haben wir die Leichtwind Charakteristika und das Wendeverhalten verbessert. Das Schiff wird dadurch agiler. Des Weiteren konnte der Gewichtsschwerpunkt deutlich nach achtern verlagert werden, um ein explosives Anfahren zu unterstützen. Die Scheuerleiste wurde im vorderen Bereich hohl gestaltet wodurch das Boot beim Eintauchen in die Welle maximalen Uplift erhält.
• Zum Deck: Die Mastducht hat jetzt die maximale Länge. So ist es nun noch einfacher, bei Starkwind umzulochen, da der Mast weiter nach achtern fallen kann. Der Schwertkastendeckel ist im vorderen Bereich auf das Minimum reduziert worden, wodurch der Vorschoter einen größeren Arbeitsbereich erhält.
• Bei den Beschlägen sind viele kleine Verbesserungen eingeflossen, z.B. sind die Spinnakertaschen deutlich größer geworden. Der SZ-420er Evolution ist eben wie eh und je „ready to race“ auf Weltklasse Niveau.
Es wird gemunkelt, dass Sie Ihre Produktion in Polen eingestellt haben?
Ja, das ist richtig. Das war eine schwierige Entscheidung. Die Qualität und die Effizienz der Produktion in Polen entsprachen einfach nicht mehr meinen sicherlich sehr hohen Ansprüchen an Performance und Haltbarkeit. Die dadurch notwendige Nacharbeit in Deutschland nahm zum Schluss Überhand.
Was hat das für Auswirkungen?
Direkt im Anschluss an die Boote für die WM starten wir mit unserer neuen Serienproduktion. Wir werden jedoch in 2008 und vermutlich auch in der ersten Jahreshälfte 2009 wieder Lieferzeiten haben. Das wird sich dann geben, wenn die neue Produktion in 2009 wieder hochgefahren sein wird.
Der polnische 420 BlueBlue soll in der gleichen Werft gefertigt worden sein wie der alte SZ-420er?
Ein klares Nein. In Polen gab es zwei von einander unabhängige, getrennte Produktionsstätten. Rein optisch sahen beide Boote zugegeben sehr ähnlich aus. Dass schnelle und gefällige Formen, Rumpfschalen und Decklayouts auf Zeit kopiert werden und sich die 420er von unterschiedlichen Werften äußerlich an unseren SZ-420 angeglichen haben, ist leider in unserer Branche üblich. Es kommt jedoch nicht nur auf eine kopierte Optik, sondern vor allem auf den Laminatplan, die verwendeten Materialien und den Fertigungsprozess an.
Wollen Sie weiter ausschließlich über Händler verkaufen?
Das ist eines dieser Gerüchte, die einfach nicht richtig sind. Ganz im Gegenteil: wir leben vom Feedback und Austausch mit den Seglern. Ohne den engen Kontakt zu unseren Kunden wären wir kaum in der Lage gewesen, dieses sehr hohe Niveau zu erreichen. Selbstverständlich kann man nach wie vor Boote und auch Zubehör jederzeit direkt bei uns bekommen.
der neue Ziegelmayer 420er - Interview mit Sebastian Ziegelmayer
Herr Ziegelmayer, es gibt viele Gerüchte über Ihren neuen 420er. Was können Sie uns verraten?
Bei der Entwicklung unseres SZ-420er Evolution haben wir einen Quantensprung in der klassischen Jollenproduktion vollbracht – es hat viel Zeit und Nerven gekostet, aber es wird sich lohnen. Ziel war es einen 420er zu fertigen, der einfach auf Top-Speed zu segeln ist, so dass sich die Mannschaft auf Strategie und Taktik konzentrieren kann. Ein paar Details:
• Wir haben mit der Digitalisierung unserer alten erfolgreichen Form begonnen. Diese dann über CAD am Computer weiterentwickelt und im nächsten Schritt per CNC Fräse eine absolut symmetrische Urform erstellt.
• Zum Rumpf: Der Bug ist schlanker geworden und hat damit einen geringeren Widerstand. Vorbild war der 470er. Damit haben wir die Leichtwind Charakteristika und das Wendeverhalten verbessert. Das Schiff wird dadurch agiler. Des Weiteren konnte der Gewichtsschwerpunkt deutlich nach achtern verlagert werden, um ein explosives Anfahren zu unterstützen. Die Scheuerleiste wurde im vorderen Bereich hohl gestaltet wodurch das Boot beim Eintauchen in die Welle maximalen Uplift erhält.
• Zum Deck: Die Mastducht hat jetzt die maximale Länge. So ist es nun noch einfacher, bei Starkwind umzulochen, da der Mast weiter nach achtern fallen kann. Der Schwertkastendeckel ist im vorderen Bereich auf das Minimum reduziert worden, wodurch der Vorschoter einen größeren Arbeitsbereich erhält.
• Bei den Beschlägen sind viele kleine Verbesserungen eingeflossen, z.B. sind die Spinnakertaschen deutlich größer geworden. Der SZ-420er Evolution ist eben wie eh und je „ready to race“ auf Weltklasse Niveau.
Es wird gemunkelt, dass Sie Ihre Produktion in Polen eingestellt haben?
Ja, das ist richtig. Das war eine schwierige Entscheidung. Die Qualität und die Effizienz der Produktion in Polen entsprachen einfach nicht mehr meinen sicherlich sehr hohen Ansprüchen an Performance und Haltbarkeit. Die dadurch notwendige Nacharbeit in Deutschland nahm zum Schluss Überhand.
Was hat das für Auswirkungen?
Direkt im Anschluss an die Boote für die WM starten wir mit unserer neuen Serienproduktion. Wir werden jedoch in 2008 und vermutlich auch in der ersten Jahreshälfte 2009 wieder Lieferzeiten haben. Das wird sich dann geben, wenn die neue Produktion in 2009 wieder hochgefahren sein wird.
Der polnische 420 BlueBlue soll in der gleichen Werft gefertigt worden sein wie der alte SZ-420er?
Ein klares Nein. In Polen gab es zwei von einander unabhängige, getrennte Produktionsstätten. Rein optisch sahen beide Boote zugegeben sehr ähnlich aus. Dass schnelle und gefällige Formen, Rumpfschalen und Decklayouts auf Zeit kopiert werden und sich die 420er von unterschiedlichen Werften äußerlich an unseren SZ-420 angeglichen haben, ist leider in unserer Branche üblich. Es kommt jedoch nicht nur auf eine kopierte Optik, sondern vor allem auf den Laminatplan, die verwendeten Materialien und den Fertigungsprozess an.
Wollen Sie weiter ausschließlich über Händler verkaufen?
Das ist eines dieser Gerüchte, die einfach nicht richtig sind. Ganz im Gegenteil: wir leben vom Feedback und Austausch mit den Seglern. Ohne den engen Kontakt zu unseren Kunden wären wir kaum in der Lage gewesen, dieses sehr hohe Niveau zu erreichen. Selbstverständlich kann man nach wie vor Boote und auch Zubehör jederzeit direkt bei uns bekommen.



